Ehrung für drei ganz besondere Frauen im Dienst unserer Kita „Unterm Regenbogen“

Im Gottesdienst am 25.10.2020 ehrte unsere Kirchengemeinde drei Frauen für ganz herausragend Geleistetes. Alle drei bekamen von Mitgliedern des Kirchengemeinderates den gleichen, peppig prächtigen Strauß sowie je einen XXL Regenschirm mit Regenbogenfarben – in Anspielung an den Namen der Einrichtung „Unterm Regenbogen“. So können sie bei Regen und Sonnenschein stets unterm Regenbogen laufen und sich an die Einrichtung erinnern, in der sie so viel geleistet und sicherlich auch gern gearbeitet haben. 

Maritta Lepp

Die Laudatio von Pfarrer Vogel

Frau Lepp, Sie haben am Montag, dem 1. September 1980 mit Ihrem Anerkennungsjahr in unserer Einrichtung angefangen. Damals hieß das ja noch Kindergarten, heute ist es eine Kita. 40 Jahre sind das her. Man mag das schon deshalb kaum glauben, weil man bei Ihrem jungen, fast jugendlichen Aussehen eigentlich sicher ist, dass für Sie 1980 die Schulpflicht nach lange nicht beendet war. Doch – das muss auch gesagt sein, sie gehören halt einem besonders exzellenten Jahrgang an. Mehr verrate ich dazu nicht. Das bleibt unser kleines Geheimnis. Sie waren zwischendurch auch 6 Jahre Leiterin unserer Einrichtung. Aber die ganze Zeit waren Sie musikalisch aktiv. Wenn ich an Familiengottesdienste zurückdenke, dann habe ich immer das Bild vor Augen, wie sie Gitarre spielend aktiv waren und die Kinder zum Singen inspiriert haben. Ihre Phantasie, ihre Kreativität und Ihr Ideenreichtum beim Vermitteln von biblischen Geschichten ist absolut herausragend. Sie standen und stehen für die unglaubliche Kontinuität in unserer Einrichtung, um die uns übrigens gerade deshalb viele beneiden, in der es tatsächlich nur durch Krankheit und Ruhestand zu Personalwechseln kommt. Im Namen der Kirchengemeinde und im Auftrag des KGR danke ich Ihnen für Ihr 40-jähriges Engagement in unserer Kindertagesstätte

Maria Weiß

Die Laudatio von Pfarrer Vogel

Frau Weiß, Maria Weiß, da hatten wir mal vor über 10 Jahren für unsere Kita eine Stelle ausgeschrieben. Ich glaube, es war eine 30% Stelle. Und es war zum Verzweifeln: niemand meldete sich und irgendwann ließen Sie den legendären Satz fallen: „Also wenn ihr wirklich niemanden findet, dann überlege ich mir das, dann mach ich das vielleicht…“ Ein Satz, der zum reinen Glücksfall für unsere Kirchengemeinde wurde. Meinem Amtsvorgänger kam dieser Satz natürlich ziemlich bald zu Ohren und als das geschah, da drehte er sich auf dem Absatz um, klingelte an Ihrer Haustür und konfrontierte Sie mit Ihren eigenen Worten – und Sie kamen aus der Nummer dann nicht mehr raus. Was für ein Glück für uns! 9½ Jahre sind am Ende daraus geworden. Jahre für die wir Ihnen sehr dankbar sind. Ganz besonders ihre Flexibilität war so extrem wertvoll, hilfreich und entlastend. Sie haben nie auf Ihre Prozentzahl im Dienstauftrag gepocht. Sie waren stets bereit aufzufangen, einzuspringen, zu kompensieren und auszugleichen. Der Idealfall an Flexibilität. Das hat die Arbeit der Leitung erheblich erleichtert. Schade, dass Sie auf eigenen Wunsch etwas früher aufhören als wir dachten aber wir verstehen das natürlich gut aus Ihrer Lebenssituation heraus. Wir hätten indes auch gerne mit Ihnen Flatrate mäßig verlängert – so lange wie Sie irgend gewollt hätten. Sie hätten von uns sozusagen jeden Vertrag bekommen. Danke, dass sie da waren, danke für alles.

Hannelore Wick

Die Laudatio von Pfarrer Vogel

Was sagt man beim Abschied von jemandem wie unserer lieben Hannelore, Hannelore Wick? Ich habe ja, ehrlich gesagt, bis in den Sommer hinein gehofft, dass das Rentenalter für Erzieherinnen kurzfristig auf mindestens 70 hochgesetzt wird. Die Hoffnung hat sich leider zerschlagen. Nun hast du als die stellvertretende Leiterin unserer Einrichtung zu Ende August 2020 einfach aufgehört, nachdem du 2002 hier in deinem Heimatort als Erzieherin angefangen hast zu arbeiten. Was sagt man an so einem Tag –  insbesondere bei so einer Person – um nicht zu sagen so einer Lichtgestalt wie dir? Diese Frage und die Antwort darauf haben mich lange bekümmert? Erheblich verschärft wurde diese Bekümmernis dadurch, dass wir nur Kurzgottesdienste feiern dürfen, wo doch eine Würdigung von jemandem wie Dir, Hannelore, und dem, was wir Dir als Erzieherin zu verdanken haben, schon kaum in eine Stunde passen würde. So bin ich fast ein wenig stolz, dass mir der französische Begriff der „Grande Dame“ in den Sinn gekommen ist. Die Definition von Grande Dame geht so: Eine Grande Dame ist eine nicht mehr ganz blutjunge Frau – eigentlich Künstlerin – die wegen ihrer Lebensleistung, ihres Erfahrungsschatzes und ihrer inspirierenden Dynamik eine eigene Institution und ein unverwechselbarer Charakter geworden ist. Die Grande Dame hat es auf einem bestimmten, abgrenzbaren Gebiet zu erheblicher Prominenz gebracht und Generationen geprägt. Der Titel der Grande Dame wird von keiner Institution verliehen; die Grande Dame wird nicht gekürt, es sei denn, durch die Hochschätzung der Kolleginnen und Kollegen und des Publikums. Liebe Hannelore, du vereinigst in Dir jede Facette der Grande Dame. Unsere Kita verliert mit Dir ihre Grande Dame. Der Schmerz darüber ist riesig – so riesig wie andererseits auch der Dank für alles, was du gegeben, geleistet, aufgebaut und zusammengehalten hast. Tausend Dank!

 

 

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